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CDRnext
Integration der CO₂-Entnahme in die europäische Klimapolitik durch die Entwicklung zukunftsfähiger wirtschaftlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen
Um die weltweiten Klimaziele zu erreichen, muss unvermeidbares CO₂ aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden. Bisher fehlen dafür jedoch wirtschaftliche Konzepte und klare politische Rahmenbedingungen. Hier setzt das Projekt CDRnext an: Ein interdisziplinäres Forschungsteam entwickelt Wege, um die CO₂-Entnahme zukunftsfähig in die europäische Klimapolitik zu integrieren.
Projektleitung
Prof. Dr. Christoph Weber
Universität Duisburg-Essen House of Energy, Climate & Finance Lehrstuhl für Energiewirtschaft
Projektdauer
01.11.2025 – 30.10.2028Projektpartner
Prof Dr. Christoph Weber, Sarah Großkopf, Universität Duisburg-Essen (UDE)|Dr. Oliver Geden, Dr. Nicoletta Brazzola, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)|Dr. Michael Pahle, Darius Sultani, Postdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Was tun wir genau und warum?
Die Entnahme von Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre, auch Carbon Dioxide Removal (CDR) genannt, ist essenziell, um die weltweiten Klimaziele zu erreichen. Die Senkung von Emissionen allein genügt heute nicht mehr, um die Klimaziele einzuhalten. Zusätzlich ist eine aktive CO₂-Entnahme erforderlich, um jene Emissionen auszugleichen, die sich technisch oder wirtschaftlich nicht vermeiden lassen. Für diese Herausforderung betrachtet das Projekt CDRnext vor allem zwei Verfahren: DACCS und BECCS. Während DACCS (Direct Air Capture and Carbon Storage) das CO₂ mithilfe spezialisierter Filtersysteme direkt aus der Umgebungsluft entnimmt, kombiniert BECCS (Bioenergy and Carbon Capture and Storage) die energetische Nutzung von Biomasse mit der CO₂-Abscheidung. Das so gewonnene CO₂ kann anschließend über eine entsprechende Transportinfrastruktur entweder einer dauerhaften geologischen Speicherung zugeführt oder als Rohstoff in industriellen Prozessen weiterverwendet werden. Für einen klimarelevanten Einsatz müssen diese Technologien in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden. Die Herausforderungen dafür sind jedoch groß: Bisher ist unklar, wie diese Methoden wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig in großem Maßstab genutzt werden können. Zudem fehlen auf politischer Ebene die passenden Gesetze, Rahmenbedingungen und Märkte, um die CO₂-Entnahme effektiv zu regeln. Hier setzt das Verbundprojekt CDRnext an. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann die Entnahme von CO₂ am besten in die bestehende Klimapolitik der Europäischen Union (EU) integriert werden? Um diese Frage zu beantworten, bringt das Projekt Fachleute aus den Wirtschafts-, Ingenieurs– und Politikwissenschaften zusammen. Das Forschungsteam untersucht, welche Geschäftsmodelle für Unternehmen künftig funktionieren und wie eine Infrastruktur für den CO₂-Transport aufgebaut und reguliert werden muss. Das übergeordnete Ziel von CDRnext ist es, Wege für einen zukunftsfähigen Rechtsrahmen aufzuzeigen, der politische Steuerung und wirtschaftliche Machbarkeit in Einklang bringt. Durch diese praxisnahen Ergebnisse wird das Projekt die EU maßgeblich dabei unterstützen, ihre wichtigen Klimagesetze für das entscheidende Jahrzehnt von 2031 bis 2040 zielführend zu überarbeiten.