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BECCS-TAB
Möglichkeiten zur CO2-Entnahme durch Abscheidung und geologische Speicherung der CO2-Emissionen von thermischen Abfallbehandlungsanlagen aufzuzeigen, zu untersuchen und zu bewerten.
Da Hausmüll zu circa 50 Prozent aus Biomasse besteht, kann durch die Abscheidung und dauerhafte geologische Speicherung der CO2-Emissionen, die bei der thermischen Abfallbehandlung entstehen, eine Netto-CO2-Entnahme erfolgen. Das Projekt BECCS-TAB untersucht und bewertet, unter welchen sozio-technischen Bedingungen welche Mengen an CO2 über diesen Ansatz tatsächlich aus der Atmosphäre entnommen werden könnten.
Projektleitung
Dr. Heike Rütters
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Projektdauer
01.03.2026 – 28.02.2029Projektpartner
Dr. Lisa Rummel, Stefan Knopf, Dr. Franz May, Dr. Heike Rütters, Dr. Frauke Schulze, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)|Dr. Gideon Abels, Dr. Lena Vorspel, Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM)|Dr. Olav Werhahn, Dr. Zhechao Qu, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)|Katja Witte, Dr. Karin Arnold, Dr. Carsten Elsner, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH|Marcel Callegari, Eike Diedecke, EEW Energy from Waste GmbH
Was tun wir genau und warum?
Im Projekt BECCS-TAB sollen umfassende Empfehlungen, Vorgaben und Leitfäden entwickelt werden, um das CO2-Entnahmepotenzial durch die Abscheidung von CO2-Emissionen thermischer Abfallbehandlungsanlagen und die geologische Speicherung des abgeschiedenen CO2 fundiert abschätzen und bewerten zu können. Das tatsächlich erreichbare Entnahmepotenzial hängt von verschiedenen (geo-)technischen Einflussgrößen ab, aber auch von sozio-politischen Faktoren. Die Einflüsse der verschiedenen Größen und Faktoren werden im Projekt anhand von Beispielszenarien untersucht.
Konkret soll im Projekt erarbeitet werden, welche Daten und Informationen benötigt werden, um die CO2-Ströme bei der Abscheidung von CO2-Emissionen thermischer Abfallbehandlungsanlagen sowie dem Transport und der geologischen Speicherung des abgeschiedenen CO2 detailliert zu bilanzieren. Zudem wird untersucht, welche Konzepte und messtechnischen Lösungen die quantitative Erfassung, Überwachung und Bilanzierung von CO2– und anderen Treibhausgas-Strömen bei solchen Prozessketten erlauben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf metrologischer Rückführung und auf messtechnischen Möglichkeiten zur Unterscheidung zwischen biogenem und fossilem CO2 im abgeschiedenen CO2-Strom. Zur zuverlässigen CO2-Bilanzierung sowie zur Erfassung und Bewertung möglicher Umweltauswirkungen erfolgen Lebenszyklusanalysen der gesamten Prozesskette. Dafür müssen u. a. Wege zum Umgang mit unvermeidbaren Messunsicherheiten und Datenlücken entwickelt werden.
Um Optionen zur lokalen Speicherung von abgeschiedenem CO2 thermischer Abfallbehandlungsanlagen (als Modellfall für kleinere, dezentral gelegene Emittenten) zu prüfen, werden fluiddynamische 3D-Simulationen für verschiedene generische Speicherszenarien unter Berücksichtigung alternativer Speicherkonzepte – z. B. durch Maximierung des Anteils an CO2, das in gelöster Form gespeichert wird – durchgeführt.
Zur Unterstützung der politischen und gesellschaftlichen Diskussionen über Optionen zur CO2-Entnahme wird die öffentliche Wahrnehmung dieses technischen CDR-Ansatzes empirisch erfasst. Darauf aufbauend werden Strategien für eine Öffentlichkeitsbeteiligung und eine zielgerichtete, wissensbasierte Aufbereitung von Fachinformationen entwickelt.
Durch die Projektergebnisse soll insgesamt das Portfolio an technischen Optionen zum Erreichen von Negativemissionen erweitert werden. Zudem soll die Implementierung der CO2-Abscheidung und
-Speicherung an bestehenden thermischen Abfallbehandlungsanlagen unterstützt werden – in Einklang mit den bestehenden gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben.