CDRterra im Gespräch – CO2-Entnahme an Land
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Wie viel CO₂ lässt sich realistisch binden – durch Gesteinsmehl, veränderte Landnutzung, Carbon Farming und Veränderungen im Ernährungssystem? Und welche Zielkonflikte entstehen dabei?
Mit CDRterra im Gespräch laden wir zu einer Webinar-Reihe ein, in der unsere Forschenden aktuelle Ergebnisse vorstellen. Den Auftakt machen im Juni vier Themen rund um landbasierte CO₂-Entnahme – weitere Termine folgen.
Vier Termine im Juni, Montags, 11–12 Uhr:
1. Juni – Wie viel CO₂ kann Gesteinsmehl auf Feldern binden – und was hat das mit Hauswänden zu tun?
8. Juni – Carbon Farming: Klimaschutzpotenzial realistisch einordnen, Mehrwerte nutzen
15. Juni – CO₂-Entnahme in Deutschland: Wie viel ist realistisch – und wo?
29. Juni – CDR im Ernährungssystem der Zukunft: Szenarien für eine 1,5 Grad kompatible Transformation
Die Reihe richtet sich an Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Praxis sowie an alle, die sich fundiert mit CO₂-Entnahme beschäftigen.
Montag, 1. Juni 2026, 11-12 Uhr
Wie viel CO₂ kann Gesteinsmehl binden – und wo ist der Einsatz sinnvoll?
Bei der beschleunigten Verwitterung (Enhanced Weathering) wird Gestein fein gemahlen und auf Feldern verteilt. Dort reagiert es mit Wasser und CO₂ und kann so Kohlenstoff langfristig binden.
Zum Auftakt der Webinarreihe “CDRterra im Gespräch” stellen Forschende zentrale Ergebnisse aus ihrer Forschung vor:
Dr. Tobias Linke (Universität Hamburg & PyMiCCS) zeigt Ergebnisse aus Labor-, Gewächshaus- und Freilandstudien: Wie schnell verwittert Gesteinsmehl? Welche Effekte gibt es auf Böden und Pflanzen?
Dipl.-Ing. Kolja Kuse (Technocarbon Technologies, DACCUSS) stellt CO₂-negative Baustoffe vor: Im Projekt wurden Hauswand-Prototypen aus CarbonFaserStein und Pflanzenkohle entwickelt und getestet – mit Potenzial zur CO₂-Speicherung und zur Substitution emissionsintensiver Materialien.
Montag, 8. Juni 2026, 11-12 Uhr
Carbon Farming: Klimaschutz realistisch einordnen, Mehrwerte gezielt nutzen
Carbon Farming umfasst landwirtschaftliche Maßnahmen, die Kohlenstoff in Böden und Biomasse speichern können, etwa durch Zwischenfrüchte, Agroforstsysteme oder mehrjährige Kulturen.
Die Analysen von Veronika Strauss (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung & GONASIP) zeigen: Der Beitrag von Carbon Farming zur CO₂ Entnahme ist begrenzt. Gleichzeitig können die Praktiken Böden stärken, Wasserhaushalt und Biodiversität fördern, Agrarlandschaften widerstandsfähiger machen und zur Bereitstellung gesellschaftlich erwünschter öffentlicher Güter beitragen.
Im Rahmen der CDRterra Webinarreihe ordnet Veronika Strauss zentrale Ergebnisse aus dem Projekt ein. Im Fokus stehen realistische Klimaschutzpotenziale, Auswirkungen auf Ökosystemleistungen, zentrale Hürden bei der Umsetzung und mögliche Governance Ansätze zur Förderung von Carbon Farming.
Montag, 15. Juni 2026, 11-12 Uhr
CO₂-Entnahme in Deutschland: Wie viel ist realistisch – und wo?
Was sind die räumlichen Potenziale in Deutschland landbasierte CO₂-Entnahmemethoden umzusetzen? Und was bedeutet das konkret für Landwirtschaft, Wälder und Flächennutzung?
Über die letzten vier Jahre wurden verschiedene Landnutzungsszenarien systematisch analysiert. Auf dieser Basis zeigen Dr. Maximilian Witting und Dr. Felix Gulde (Ludwig-Maximilians-Universität München & STEPSEC) wie viel CO₂ sich binden ließe und mit welchen Synergien und Zielkonflikten dies einhergeht.
Die Forschenden stellen die Ergebnisse vor und zeigen das von ihnen entwickelte STEPSEC-Webportal: Mit interaktiven Karten lässt sich nachvollziehen, wie sich Maßnahmen auf die Landnutzung und Ökosystemleistungen auswirken.
Montag, 29. Juni 2026, 11-12 Uhr
CDR im Ernährungssystem der Zukunft: Szenarien für eine gesunde, umweltfreundliche und soziale Transformation
Eine Transformation des Ernährungssystems muss mehr leisten als Klimaschutz: Sie soll Hunger verringern, gesündere Ernährung ermöglichen, Umweltbelastungen senken, gute Lebensgrundlagen in der Landwirtschaft sichern und Ernährung bezahlbar halten.
Gleichzeitig bleiben auch bei weniger Fleischkonsum, effizienterer Produktion und weniger Lebensmittelverlusten Emissionen bestehen, etwa aus Tierhaltung oder Düngung.
Dr. Benjamin Bodirsky (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung & ABCDR) zeigt auf Basis von Modellierungen, wie sich Ernährungssysteme im Einklang mit dem 1,5 Grad Ziel entwickeln können, welche Rolle landbasierte CO₂ Entnahme dabei spielt und welche Leitplanken nötig sind, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.