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InvisibleDAC
Entwicklung effizienter Technologien und deren Systemintegration für die CO₂-Entfernung aus der Luft in Gebäuden.
Entwickelt werden kompakte, modulare Apparate zur direkten CO₂-Abscheidung aus Luft und deren Integration in technische Anlagen, einschließlich der Betrachtung geeigneter Logistikoptionen für das abgeschiedene CO₂. Zielanwendungen sind Lüftungsanlagen großer Gebäude. Im Projekt werden das Konzept und eine ausgewählte DAC-Technologie in Richtung Industrialisierung weiter vorangetrieben. Ziel ist die Demonstration der Technologie unter realen Bedingungen, um Grundlagen für die technische Produktentwicklung zu schaffen.
Projektleitung
Prof. Dr.-Ing. habil. Roland Dittmeyer
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Projektdauer
01.02.2026 – 31.01.2029Projektpartner
Prof. Dr.-Ing. habil. Roland Dittmeyer, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)|, Universität Hamburg |, Robert Bosch GmbH|, TLK-Thermo GmbH|, MANN+HUMMEL GmbH
Was tun wir genau und warum?
Studien zufolge werden in Deutschland bis 2045 mehrere Mio. Tonnen CO2 pro Jahr durch Direktabscheidung („Direct Air Capture“, kurz „DAC“) aus der Luft abgetrennt werden müssen. InvisibleDAC befasst sich mit der Entwicklung von modularen DAC-Systemen, die nahtlos in die Belüftungssysteme von Gebäuden integriert werden können. Gegenüber großen DAC-Anlagen bieten solche, insbesondere in dicht besiedelten Ländern, mehrere Vorteile. So wird, unter anderem, eine beschleunigte Implementierung erwartet. Diese ist begünstigt durch einfachere Genehmigungsverfahren und durch die Nutzung vorhandener technischer Infrastrukturen. Außerdem entsteht kein zusätzlicher Flächenbedarf für neue Anlagen. Und auch durch die höheren CO2-Konzentrationen in Innenräumen ist eine gesteigerte Produktivität zu erwarten.
Durchströmt die Abluft der Lüftungsanlage das DAC-System, kommt sie in Kontakt mit einem flüssigen Lösungsmittel, welches das in der Abluft enthaltene CO2 gezielt bindet. Wenn die Luft das DAC-System verlässt, ist sie größtenteils frei von CO2. Über elektrochemische Prozesse kann das CO2 wieder aus dem Lösungsmittel freigesetzt werden. Das gewonnene CO2 kann dann über geeignete Infrastrukturen gesammelt werden, um es an bestimmten Orten dauerhaft im Untergrund einzulagern (z.B. im Bereich der Nordsee). Es kann außerdem zentral oder dezentral in nachhaltige Produkte umgewandelt werden. Interessant sind hier z.B. langlebige Recycling-Baustoffe und Konstruktionsmaterialien aus Kohlenstoff. Aber auch chemische Produkte (z.B. Kunststoffe) oder Kraftstoffe für bestimmte, nicht elektrifizierbare Anwendungen sind denkbar.
Im Projekt werden das Konzept und eine ausgewählte DAC-Technologie in Richtung Industrialisierung weiter vorangetrieben. Dazu untersucht man, ergänzend zur Forschung an der DAC-Technologie und deren Integration in die Gebäudetechnik, auch unterschiedliche Optionen für die CO2 Logistik.
Durch eine zukünftige Einbindung von neuartigen Lüftungsanlagen mit integrierten DAC-Systemen in die Lebenswelt der Menschen könnte jede und jeder mit ihrer/seiner Atemluft einen wahrnehmbaren Beitrag zur CO2-Abscheidung leisten.