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BioCas
Multi-Level-Governance von CDR mit Biomassenutzung in Kaskaden.
Das Projekt BioCas befasst sich mit biomassebasierten CO2-Entnahmeverfahren (bioCDR), die ein wichtiger Baustein für das deutsche Netto-Null-Ziel sind. Da bisher unklar ist, wie diese Entnahmeverfahren im Sinne einer Kaskadennutzung von Biomasse gesteuert werden können, entwickelt BioCas ein interdisziplinäres Multi-Level-Governance-Konzept, analysiert geeignete bioCDR-Kaskaden und erarbeitet eine praxisnahe Roadmap für ihre nachhaltige Umsetzung und Skalierung.
Projektleitung
Prof.-Dr.-Ing. Daniela Thrän
Helmholtz-Zentrum Umweltforschung GmbH (UFZ)
Projektdauer
01.11.2025 – 31.10.2028Projektpartner
, DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum GmbH|Prof. Dr.-Ing. Jakob Hildebrandt, Hochschule Zittau/Görlitz|Dr. Florian Kern, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig (IÖW)|Dr. Daniela Siedschlag, Dr. Nils Matzner, Dr. Malgorzata Borchers, Dr. Danial Esmaeilialiabadi, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ)
Was tun wir genau und warum?
Das Projekt BioCas beschäftigt sich mit der Frage, wie biomassebasierte CO2-Entnahme (bioCDR) in Deutschland nachhaltig, wirksam und verantwortungsvoll umgesetzt werden kann. BioCDR gilt als ein wichtiger Baustein zur Erreichung des deutschen Netto-Null-Ziels, da bestimmte, schwer vermeidbare Emissionen langfristig nur durch aktive CO2-Entnahme ausgeglichen werden können. Besonders vielversprechend ist dabei die Kaskadennutzung von Biomasse: Sie verbindet CO2-Entnahme mit bestehenden Wertschöpfungsketten und kann zusätzliche ökologische und gesellschaftliche Vorteile schaffen, etwa durch eine effizientere Nutzung von Ressourcen oder regionale Wertschöpfung.
Trotz dieses Potenzials ist die Umsetzung von bioCDR-Kaskaden anspruchsvoll. Ihre Einführung und Skalierung erfordern die Koordination vieler Akteur*innen entlang der Biomasseketten, von der Bereitstellung der Biomasse bis zur Nutzung der entstehenden Produkte. Dabei treffen unterschiedliche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen aufeinander. Zwar werden Biomassekaskaden in politischen Strategien zunehmend als sinnvoller Ansatz benannt, in der wissenschaftlichen Forschung – insbesondere in den Bereichen Bewertung, Governance und Modellierung von bioCDR – sind sie bislang jedoch nur unzureichend untersucht. An dieser Stelle setzt das Projekt BioCas an.
Ziel von BioCas ist es, einen fundierten und zugleich praxisnahen Governance-Rahmen für die nachhaltige Entwicklung und den Ausbau von bioCDR-Kaskaden zu erarbeiten. Dazu kombiniert das Projekt die Analyse konkreter bioCDR-Kaskaden mit einer interdisziplinären Untersuchung bestehender Multi-Level-Governance-Prozesse, die von der internationalen über die nationale bis hin zur lokalen Ebene reichen. Methodisch kommen transdisziplinäre Co-Design-Ansätze, ganzheitliche Bewertungsverfahren, politische Analysen, Fallstudien sowie Optimierungsmodelle zum Einsatz.
Ein zentrales Merkmal von BioCas ist sein breites Governance-Verständnis. Neben Marktmechanismen und staatlicher Regulierung werden auch nichtstaatliche Akteur*innen wie Zertifizierungsstellen, Brancheninitiativen und gesellschaftliche Gruppen einbezogen. Durch die aktive Beteiligung von Biomasseanbietern, verarbeitenden Unternehmen und Industrieverbänden entsteht am Ende eine praxisnahe Roadmap, die zeigt, wie bioCDR-Kaskaden wirksam gesteuert, nachhaltig integriert und schrittweise skaliert werden können – als Beitrag zu einer langfristig tragfähigen Klimastrategie.