© Julia Pongratz
CDRSynTra
Tragfähige Pfade für den Einsatz von CO₂-Entnahme
Welche CO₂-Entnahmeansätze sind realistisch, wirksam und verantwortbar? CDRSynTra2 bündelt Forschung, bewertet Methoden und Klimaschutzpfade und bringt wissenschaftliche Erkenntnisse im Dialog mit Politik und Gesellschaft in die Umsetzung.
Projektleitung
Prof. Dr. Julia Pongratz
Ludwig-Maximilians-Universität München
Projektdauer
01/11/2021 – 30/06/2025Projektpartner
Prof. Dr. Andreas Oschlies, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel|Dr. Juliane El Zhobi, Climate Service Center Germany (GERICS) / Helmholtz Zentrum Hereon|Prof. Dr. Imke Hoppe, Dr. Felix Havermann, Ludwig-Maximilians-Universität München|Prof. Dr. Daniela Thrän, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ|Prof. Dr. Sabine Fuss, Dr. Jessica Strefler, Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)|JProf. Dr. Christian Baatz, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Was tun wir genau und warum?
Treibhausgasneutralität erfordert mehr als die konsequente Senkung von Emissionen. Wissenschaftliche Studien zeigen: Verbleibende Emissionen lassen sich nur durch CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre ausgleichen. In den vergangenen Jahren hat CDRterra dafür eine breite Wissensbasis geschaffen – nun geht es darum, dieses Wissen in tragfähige und verantwortungsvolle Strategien zu übersetzen.
CDRSynTra2 ist das Begleit- und Syntheseprojekt der zweiten Phase von CDRterra. Es bündelt die Ergebnisse der einzelnen Forschungskonsortien, ordnet sie systematisch ein und schafft belastbare Grundlagen für den Einsatz von CO₂-Entnahme.
Systematisch bewerten, sinnvoll kombinieren
Ein zentrales Instrument ist ein in Phase 1 entwickelter Bewertungsrahmen, der in CDRSynTra2 gezielt ausgebaut und angewandt wird. Er ermöglicht eine systematische Einordnung von CO₂-Entnahmemethoden – nicht nur hinsichtlich technischer Wirksamkeit und politischer Umsetzbarkeit, sondern auch im Hinblick auf faire Umsetzungsbedingungen, Auswirkungen auf Ökosysteme und die Gesellschaft sowie ihre Kosteneffizienz.
Der Fokus liegt dabei auf bestehenden und neuen Methoden, auf kombinierten CDR-Portfolios sowie auf vollständigen Klimaschutzstrategien. So lassen sich Synergien nutzen, Zielkonflikte offen benennen und realistische Einsatzoptionen ableiten.
Neue Methoden, breitere Evidenz, internationale Perspektive
Mit dem Start von 17 neuen Forschungskonsortien erweitert sich das Spektrum der untersuchten CO₂-Entnahmeansätze deutlich. Gleichzeitig verknüpft CDRSynTra2 nationale Forschung mit der internationalen Evidenz zu CO₂-Entnahme und internationalen wissenschaftlichen Bewertungen.
Auf dieser Grundlage entstehen risikoarme Entwicklungspfade für Europa sowie fundierte Entscheidungsgrundlagen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Verlässliche Grundlagen für politische Steuerung
Ergänzend zur Bewertung von Methoden und Portfolios arbeitet CDRSynTra2 an einer umfassenden und systematischen Evaluierung von Konzepten und Methoden für die Messung, Berichterstattung und Überprüfung von CO₂-Entnahme (englisch: Monitoring, Reporting and Verification, MRV). Ziel ist es, zusätzliche CO₂-Entnahme verlässlich zu messen und verifizieren, Doppelzählungen zu vermeiden und die Ergebnisse für politische Entscheidungen und Förderinstrumente nutzbar zu machen.
Dialog als Grundlage wirksamer CDR-Politik
Aufbauend auf den Dialogformaten aus Phase 1 bringen Forschende von CDRSynTra2 wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in den Austausch mit Politik, Verwaltung und Gesellschaft – denn CO₂-Entnahme kann nur wirksam gesteuert werden, wenn Forschung frühzeitig in Entscheidungsprozesse einfließt. In Austauschformaten wie dem CDR-Dialog, der bereits in Phase 1 zentrale Akteure aus Wissenschaft, Politik und Bildung zusammengebracht hat und nun fortgeführt wird, werden Forschungsergebnisse diskutiert und in Handlungsperspektiven übersetzt.
Wissen wirksam machen – von der Forschung in Praxis und Bildung
Der Austausch selbst wird empirisch untersucht: Die Forschenden analysieren die Verständlichkeit wissenschaftlicher Ergebnisse sowie den Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Interessen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Dialogangebote ein.
Darüber hinaus entwickelt das Projekt forschungsbasierte Bildungsangebote für Schulen und Multiplikator:innen, die CO₂-Entnahme als zentralen Bestandteil einer Bildung für nachhaltige Entwicklung verankern. Auf diese Weise verbindet CDRSynTra2 natur-, sozial- und kommunikationswissenschaftliche Forschung – und stärkt evidenzbasierte, inklusive und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse.