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ForestOvershoot
Wie viel, wann und unter welchen Bedingungen können Wälder und die Nutzung von Holz in Deutschland CO2 binden.
ForestOvershoot ist relevant, weil Deutschland verlässliche CO2-Entnahmen braucht, um seine Klimaziele zu erreichen, während Wälder und die Waldsenke zunehmend durch Klimawandel und Störungen gefährdet sind. Das Projekt nutzt moderne Wald-, Holzprodukt- und Gebäudemodelle, um verschiedene Klima- und Bewirtschaftungsszenarien zu analysieren und den Zeitpunkt sowie das Potenzial negativer Emissionen im Wald und in Gebäuden zu bestimmen.
Projektleitung
Dr. Christopher Reyer
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Projektdauer
01.11.2025-31.10.2028Projektpartner
Dr. Hannes Böttcher, Dr. Klaus Hennenberg, Dr. Mirjam Pfeiffer, Öko-Institut e.V. (ÖKO)|Prof. Dr. Anja Rammig, Dr. Ben Meyer, Technische Universität München (TUM)|Prof. Dr. Galina Churkina, Technische Universität Berlin (TUB)|Prof. Dr. Ralf Kiese, Dr. Rüdiger Grote, Dr. Hannes Imhoff, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)|Dr. Rico Fischer, Julius Kühn Institute (JKI)|Dr. Thirza van Laar, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Was tun wir genau und warum?
Deutschland kann seine Klimaziele nicht erreichen, ohne Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre zu entfernen. Wälder nehmen bereits große Mengen CO2 auf, doch Klimawandel, Dürren, Stürme, Insektenbefall und Waldschäden machen diese Senke zunehmend unsicher und haben zuletzt zu einer Quelle geführt. Gleichzeitig kann Holz Kohlenstoff über lange Zeit speichern, wenn es in langlebigen Produkten zum Beispiel im Holzbau verwendet wird. ForestOvershoot untersucht, wie diese beiden Optionen (Wälder und Holzprodukte) gemeinsam verlässliche CO2-Entnahme (Carbon Dioxide Removal, CDR) in der Zukunft ermöglichen können. Die zentralen Forschungsfragen sind: Wie viel CO2 können deutsche Wälder und Holzprodukte in den kommenden Jahrzehnten binden? Wann ist diese CO2-Entnahme am wirksamsten, insbesondere wenn Klimaziele vorübergehend überschritten werden (Overshooting)? Und wie zuverlässig sind diese CDR-Optionen unter Klimawandel, zunehmenden Waldstörungen und unterschiedlichen Waldbewirtschaftungsstrategien?
Ziel des Projekts ist es, das Potenzial, den zeitlichen Verlauf und die Unsicherheiten der waldbasierten CO2-Entnahme in Deutschland unter Overshooting-Szenarien zu quantifizieren. Der Fokus liegt auf der sogenannten Forest CDR, die die CO2-Aufnahme wachsender Wälder mit der Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten verbindet. CO2 wird auf natürliche Weise durch Photosynthese aufgenommen, in der Biomasse der Bäume und in Waldböden gespeichert und bleibt über längere Zeit außerhalb der Atmosphäre, wenn Holz in langlebigen Produkten wie Holzgebäuden genutzt wird.
ForestOvershoot nutzt mehrere fortschrittliche Wald- und Holzproduktmodelle sowie Lebenszyklusanalysen und Gebäude-Kohlenstoffanalysen, um verschiedene Klima-, Störungs-, Bewirtschaftungs-, Naturschutz- und Holznutzungsszenarien zu simulieren. Durch den Vergleich mehrerer Modelle mit harmonisierten Datensätzen werden Unsicherheiten sowie Zielkonflikte mit anderen Ökosystemleistungen wie Biodiversität, Wasserhaushalt und Holzbereitstellung abgeschätzt. Das Projekt ist wichtig, weil technische CO2-Entnahmemethoden derzeit noch teuer sind, während waldbasierte CO₂-Entnahmen zu den kostengünstigsten verfügbaren Optionen zählen. Die Ergebnisse von ForestOvershoot liefern eine wichtige Grundlage für Klimapolitik, nationale Treibhausgasberichterstattung sowie die langfristige Planung von Wäldern und nachhaltigem Bauen in Deutschland.