MisCO2

Aktive und langfristige Bindung von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atmosphäre in Bau- und Dämmstoffen aus Miscanthus (Chinaschilf).

MisCO2 macht den Bausektor klimafreundlicher, indem Miscanthus CO2 aus der Luft bindet und als langlebiger Baustoff Kohlenstoff dauerhaft speichert. Entwickelt werden drei Prototypen (Miscanthus-Kalk-Baustoff, Schüttdämmung, bindemittelfreie Faserplatten), die technisch getestet und auf Recyclingfähigkeit optimiert werden; ergänzt durch Ökobilanzen und Markt-/Akzeptanzanalysen.

Projektleitung

Prof. Dr. Ralf Pude
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Projektdauer

01.02.2026 – 31.01.2029

Projektpartner

Prof. Dr. Dr. Daniel Hermann, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 

Was tun wir genau und warum?

MisCO2 („Miscanthus für Gebäude: erneuerbare Baumaterialien als Kohlenstoffsenken“) adressiert den hohen Klima-Fußabdruck des Gebäudesektors – insbesondere die „graue Energie“ aus Herstellung, Transport und Entsorgung konventioneller Baustoffe.

Das Projekt untersucht, wie die Substitution emissionsintensiver Materialien durch Miscanthus-basierte Bau- und Dämmstoffe sowohl Emissionen senken als auch dauerhafte CO2-Senken schaffen kann.

Zentrale Forschungsfragen sind (i) wie hoch Kohlenstoffbindung und Biomasseerträge von Miscanthus unter unterschiedlichen Produktionsbedingungen ausfallen, (ii) wie sich daraus hergestellte Baustoffe technisch so optimieren lassen, dass sie leistungsfähig und recyclingfähig sind, und (iii) welche ökologische Gesamtwirkung (LCA) sowie ökonomische Tragfähigkeit/Marktakzeptanz (u. a. Zahlungsbereitschaft) diese Lösungen besitzen. Ziele des Projekts sind entsprechend die Entwicklung und mehrjährige Erprobung von drei Prototypen – Miscanthus-Kalk-Baustoff, Miscanthus-Schüttdämmung und bindemittelfreie Miscanthus-Faserplatten – inklusive Optimierung von Dämmleistung, Feuerbeständigkeit und Recyclingfähigkeit sowie die flankierende Nachhaltigkeits- und Marktanalyse.

Betrachtete CDR-Methode(n): MisCO2 setzt auf biogene CO2-Entnahme durch Pflanzenwachstum (Miscanthus mit bis zu ~30 t CO₂/ha·a in oberirdischer Biomasse, zusätzlich CO2-Bindung über Humusbildung) und die Speicherung des Kohlenstoffs in langlebigen, kreislauffähigen Bauprodukten („carbon in products“) über Jahrzehnte.

Durch Kreislauf- bzw. Kaskadennutzung (mehrfache Wiederverwendung statt Verbrennung/Deponie) wird die Langzeitspeicherung zusätzlich abgesichert.