© Noah Buscher, unsplash
PyCCS-2050
bereitet die Pyrolyse-Industrie auf eine nachhaltige Skalierung bis 2050 vor – durch Grundlagenforschung, technische Innovationen und die Weiterentwicklung von MRV-Systemen.
Die Pyrolyse-Industrie wächst exponentiell – doch um bis 2050 klimarelevant zu werden, braucht sie verringerte Implementierungshürden und neue Wege. PyCCS-2050 entwickelt diese: Pflanzenkohle-Dünger für die Landwirtschaft, Grundchemikalien aus Bioöl, Ammoniak-Synthese aus Pyrolysegas und CO2-Bindung im Alkalinitäts-/Karbonatisierungsreaktor – und schafft damit die Grundlage für eine vollständige Nutzung aller Pyrolyseprodukte als Kohlenstoffsenke inklusive solider MRV (monitoring, reporting, verification) Verfahren für nationale Berichterstattung und C-Senken-Handel.
Projektleitung
Prof. Dr. Jens Hartmann
Universität Hamburg
Projektdauer
01.04.2026 – 31.03.2029Projektpartner
Prof. Dr. Jens Hartmann, Reinaldy Poetra, University of Hamburg (UHH)|Dr. Nikolas Hagemann, Ithaka Institute (ITH)|Prof. Dr. Claudia Kammann, Hochschule Geisenheim University (HGU)|Dr. Susanne Hamburger, Prof. Dr. Moritz Wagner, Hochschule Geisenheim University (HGU)|Prof. Dr. Daniel Kray, Prof. Dr. Heide Biollaz, Offenburg University of Applied Sciences (HSO)|Dr. Jörg Hofmann, Dr. Marcus Lange, Institut für Nichtklassische Chemie e.V. (INC)
Was tun wir genau und warum?
Die Pyrolyse-Industrie wächst exponentiell – und das aus gutem Grund: Pflanzenkohle verbessert Böden und bindet Kohlenstoff langfristig, Bioöl und Pyrolysegas liefern klimaneutrale Energie, und Pyrolyseanlagen bieten nachhaltige Recyclingwege für biogene Reststoffe, selbst wenn diese mit Plastik oder Ewigkeitschemikalien belastet sind. Damit ist PyCCS heute bereits eine der führenden CDR-Technologien weltweit. Doch um bis 2050 wirklich klimarelevant zu werden, muss die Industrie eine tiefgreifende Transformation durchlaufen. Die Einnahmen aus Wärme und Strom werden wegfallen, wenn erneuerbare Energien günstiger werden (Sonnen- und Windenergie, verbunden mit Wärmepumpen und Batteriespeichern) – neue Geschäftsmodelle sind gefragt. Gleichzeitig reicht die alleinige Nutzung von Pflanzenkohle nicht aus, um ausreichend CO2 zu binden. PyCCS-2050 entwickelt die Grundlagen für diese Transformation: Wir erforschen, wie aus Bioöl Grundchemikalien für langlebige Produkte gewonnen werden können, wie Pyrolysegas für die Ammoniaksynthese nach dem Haber-Bosch-Verfahren genutzt werden kann, und wie CO2 aus dem Abgas von Pyrolyseanlagen durch Alkalinitäts-/Karbonatisierungsreaktor dauerhaft gebunden wird. Für die Landwirtschaft entwickeln wir industriell herstellbare Pflanzenkohle-Dünger und untersuchen deren Wirkung unter den CO2-Konzentrationen der Zukunft. Gleichzeitig prüfen wir, wie Biomasse nachhaltig bereitgestellt und wie CDR zuverlässig gemessen und zertifiziert werden kann.