Über CDRterra

Wie kann Deutschland die Treibhausgasneutralität ab 2045 erreichen? Welche Rolle kann die Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre dabei spielen, und unter welchen Bedingungen wäre ihr Einsatz sinnvoll und verantwortbar? Die Fördermaßnahme CDRterra untersucht diese Fragen wissenschaftlich und interdisziplinär.

Auch bei ambitionierter Emissionsminderung werden langfristig Restemissionen verbleiben, etwa in Landwirtschaft, Industrie oder Verkehr. Treibhausgasneutralität erfordert ein Gleichgewicht zwischen diesen Emissionsquellen und der Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre. CDRterra erforscht, in welchem Umfang Ansätze der CO₂-Entnahme erweitert oder ergänzt werden könnten und welche Voraussetzungen dafür nötig wären. Ziel ist es, belastbare wissenschaftliche Grundlagen für klimapolitische Entscheidungen bereitzustellen.

Internationale Klimaziele unterstreichen die Bedeutung dieser Fragestellungen. Das Pariser Abkommen sieht vor, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, sie auf 1,5 °C zu begrenzen. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) zeigt, dass dafür neben starken Emissionsminderungen voraussichtlich auch CO₂-Entnahmen erforderlich sein werden. Zugleich weisen Studien darauf hin, dass die realistisch erreichbaren Mengen begrenzt sind. Emissionsreduktionen und Anpassungsmaßnahmen bleiben daher zentrale Elemente der Klimapolitik.

Aufbau des Forschungsprogramms

CDRterra umfasst bislang zwei Förderphasen.

Phase 1 (2021 – 2025):
Zehn Verbundprojekte untersuchten grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen zu landbasierten Verfahren der CO₂-Entnahme. Im Mittelpunkt standen Potenziale, Risiken und Nachhaltigkeitsaspekte sowie der systematische Vergleich verschiedener Ansätze.

Phase 2 (seit November 2025):
In der zweiten Phase arbeiten 17 Verbundprojekte, die ihre Forschung schrittweise aufnehmen. Sie knüpfen an die Ergebnisse der ersten Phase an und untersuchen die Verfahren nun verstärkt unter anwendungsnahen Bedingungen. Im Fokus stehen Fragen der Umsetzbarkeit, Integration in bestehende Systeme, Messbarkeit von CO₂-Entnahmen sowie ökologische, gesellschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen.

Synthese und Transfer

Ein begleitendes Synthese- und Transferprojekt führt Ergebnisse der Verbünde zusammen, wertet sie vergleichend aus und bereitet sie für unterschiedliche Zielgruppen auf. Es unterstützt den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit und trägt dazu bei, Forschungsergebnisse in übergreifende Bewertungszusammenhänge einzuordnen.

Förderung und Koordination

CDRterra wird von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München koordiniert. Die erste Phase wurde von 2021 bis 2025 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Für die zweite Phase stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt weitere Mittel bereit.

CDRterra – wichtige Dokumente

CDRterra Research Data Policy

Die Research Data Policy aus der ersten Phase von CDRterra spiegelt den hohen Anspruch aller zehn assoziierten Konsortien aus Phase 1 und ihrer Partner wider, alle Forschungsergebnisse auf (Meta-)Datenbasis für die internationale Nachnutzung transparent zu teilen und nachhaltig zu veröffentlichen.

CDRterra Code of Conduct

Der CDRterra-Verhaltenskodex soll unser gemeinsames Verständnis von grundlegenden Werten und Regeln für respektvolle Zusammenarbeit und Kommunikation vermitteln.