General Assembly bringt Forschende der zweiten CDRterra-Phase zusammen
© Karin Adolph
Vom 24. bis 26. Juni kommen rund 120 Wissenschaftler:innen aus den 17 Verbundprojekten der zweiten Phase von CDRterra erstmals zur General Assembly in Kassel zusammen. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 33 Millionen Euro geförderte Forschungsprogramm vereint 56 Institutionen aus ganz Deutschland. Die General Assembly markiert den Auftakt der programmweiten Zusammenarbeit: Die Konsortien stellen ihre Forschung vor, stimmen gemeinsame Schwerpunkte ab und entwickeln neue projektübergreifende Kooperationen.
Neue Schwerpunkte in der zweiten Förderphase
Die zweite Förderphase baut auf den Ergebnissen der ersten auf und vertieft gezielt ausgewählte Forschungsrichtungen. Während Phase 1 ein breites Spektrum von Verfahren zur CO₂-Entnahme (Carbon Dioxide Removal, CDR) hinsichtlich ihrer Potenziale, Grenzen und Wechselwirkungen untersuchte und wissenschaftliche Bewertungsgrundlagen entwickelte, konzentrieren sich die neuen Verbundprojekte nun auf deren Weiterentwicklung sowie auf die Frage, unter welchen Bedingungen unterschiedliche Verfahren künftig realistisch eingesetzt werden könnten.
Bei der General Assembly stehen dabei vier übergreifende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt: die Weiterentwicklung von Anwendungen der Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (englisch: Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS), unter anderem durch neue Konzepte für die Nutzung biogener Reststoffe und Kaskadennutzung, neue Anwendungen der direkten CO₂-Abscheidung aus der Luft mit geologischer Speicherung (englisch: Direct Air Carbon Capture and Storage, DACCS), die Weiterentwicklung landnutzungsbasierter Verfahren sowie Forschung zu politischen und regulatorischen Voraussetzungen für einen möglichen Hochlauf der CO₂-Entnahme.
Wissenschaftliche Grundlagen für den Hochlauf von CDR
„Um Treibhausgasneutralität zu erreichen, müssen wir Emissionen so schnell und so weit wie möglich senken und gleichzeitig die CO₂-Entnahme deutlich ausbauen. Damit dieser Hochlauf gelingt, müssen wir wissenschaftlich fundiert bewerten können, welchen Beitrag unterschiedliche Verfahren leisten und unter welchen Bedingungen sie sinnvoll eingesetzt werden können. Genau diese Fragen stehen im Mittelpunkt der zweiten Förderphase von CDRterra“, sagt Prof. Dr. Julia Pongratz, Sprecherin von CDRterra und Inhaberin des Lehrstuhls für Physische Geographie und Landnutzungssysteme an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.
„Mit dem gemeinsamen Bewertungsrahmen und dem Zukunftsszenario für die CO₂-Entnahme in Deutschland haben wir in der ersten Förderphase eine wichtige Grundlage geschaffen. Jetzt erweitern wir diesen Ansatz auf zusätzliche Anwendungsfelder und verzahnen ihn enger mit den Arbeiten der Forschungsmission CDRmare. So können wir land- und ozeanbasierte Verfahren künftig auf einer gemeinsamen Grundlage bewerten“, sagt Dr. Felix Havermann, Wissenschaftlicher Koordinator von CDRterra an der LMU.
Forschung gemeinsam weiterentwickeln
Neben den wissenschaftlichen Workshops bietet die General Assembly Gelegenheit zum Austausch mit dem Partnerprogramm CDRmare sowie mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über aktuelle Entwicklungen der Forschungs- und Innovationspolitik im Bereich CO₂-Entnahme. Darüber hinaus stellt das Early Career Scientists Forum seine Aktivitäten vor und fördert die Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses innerhalb von CDRterra.